| Zum vierten Mal findet dieses Jahr das interkulturelle Straßenfest „Freising International“ auf dem Freisinger Marienplatz und dem Asamhof statt. Einen Tag nach dem diesjährigen Altstadtfest (18.7.) präsentieren dort rund 30 Vereine und Organisationen aus den verschiedensten Bereichen der interkulturellen Arbeit ihre Tänze, Konzerte, ihr Herkunftsland an sich oder deren typischen Speisen.
Neu ist dieses Jahr ein Märchenzelt, in dem unter anderen George Nkumbe Geschichten aus seiner kameruner Heimat erzählt, welche mit afrikanischer Musik untermalt werden.

„In Freising leben Menschen aus rund 130 Nationen“, erzählt uns Meral Meindl, Sprecherin der Projektgruppe Migration, „und wo man zusammen lebt, da soll man auch zusammen feiern“. Und deshalb heißt das Motto dieses Jahr auch: Vom Nebeneinander zum Miteinander.
Los geht das Fest um 14 Uhr und bietet neben traditionellen Tänzen aus Bayern und der ganzen Welt auch einige Einlagen Jugendlicher, wie etwa die akrobatischen Künste der Breakdancer-Truppe um den Freisinger Benedikt Mordstein, der erst kürzlich in Ungarn zum Europameister gekürt worden ist und uns Einblick in sein Können gewährt. Aber auch für musikalische Vielfalt ist gesorgt. So gibt uns die türkische Volksmusikgruppe Einblick in die orientalischen Klänge der Saz und Ifeanyi C. Okolo wird uns mit seinen afrikanischen Trommeln den Rythmus seiner Heimat zeigen.

Mit einem besonderen Highlight wartet dieses Jahr die Integrationsbeauftragte der Stadt Freising, Nergiz Erten, auf. Sie wird besondere Dienstleistungen Prominenter und Engagierter für die Vereine der Migrationsarbeit versteigern und konnte so bereits ihren Chef, Oberbürgermeister Thalhammer gewinnen, der eine Rundfahrt in seinem Dienstwagen anbietet, in dem er selbst als Chauffeur durch die Stadt Freising führt. Wer eine Domführung der besonderen Art haben will, kann auch das ersteigern und wird von Weihbischof Haßlberger geführt und anschließend mit Kaffee versorgt. Und für alle Überflieger mit starken Nerven versteigert die Feuerwehr einen Blick von oben auf die Stadt, nämlich von der ausgefahrenen Drehleiter. „Prima leben und stereo“ gewährt nicht nur freien Eintritt zum gleichnamigen Festical, sondern auch noch Zutritt und Vollverpflegung im VIP-Bereich der Musiker.

Einen Vorgeschmack, zumindest, was die kulinarische Vielfalt angeht, konnten wir bei der Pressekonferenz für das Freising International bekommen. Neben bayerischen Schmankerln, wie Obatzdem und Radi, haben wir vietnamesische Frühlingsrollen, gebratene Nudeln, oder ghanaischer Jollofreis, Bohnensoße, Kochbananen und Yem (eine Wurzel, die fritiert wie Pommes Frites schmecken) gegessen. Aus den Philippinen kam ein leckeres Hühnchen-Curry und die bosnischen Kokos-Schnitten haben dieses Festmahl abgerundet. Der Freisinger Künstler Pepito Anumu, der ursprünglich aus Togo stammt, schwang statt einem Pinsel den Kochlöffel und zeigte uns mit seinem Spinathünchen einen kleinen Teil der togoischen Küche. Wer ebenso in den Genuss dieser kulinarischen Gaumenfreuden kommen will, dem ist unbedingt zu empfehlen, über das interkulturelle Familienfest „Freising International“ zu flanieren und sich durchzuprobieren.
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